Entgeltgleichheitsgesetz! Der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied beträgt 22 % in Deutschland.

Entgeltungleichheit, Altersarmut, Mini-Jobs, zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik fordern weiter unser gemeinsames Engagement. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland 22 Prozent. Pünktlich zum 20. März 2015 – dem Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, damit sie das Jahresgehalt der Männer 2014 verdienen – hat der djb die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 7. März 2014 betreffend Förderung des Prinzips der Entgeltgleichheit durch Transparenz kommentiert (djb-Stellungnahme 15-04). Eine Ursache für die fortbestehende Entgeltungleichheit ist die mangelnde Lohntransparenz. Der djb verlangt daher u.a., dass die Europäische Kommission von den Mitgliedstaaten gesetzliche Maßnahmen und Sanktionen sowie ein Verbandsklagerecht fordert und unterstützt die Forderung von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig nach einem Entgeltgleichheitsgesetz. (aus dem Newsletter März 2015 des djb)

Un bar aux folies bergéres

manet

Kann nicht sehen, dass etwas falsch daran sein soll, ein bisschen Mühe aufs Glücklichsein zu verschwenden, antwortete ich mit vollem Mund und meinte es. Ich schluckte den Rest des Kuchens runter und spülte mit Cola nach. Siri sah mich mit kaltem Interesse an, etwa so wie man ein Insekt ansieht, das über die Tischdecke krabbelt. Continue reading

Siri

IMGP0071_2Wir saßen auf den Steinen der Mole und froren trotz der Sonne. Am Morgen waren die Temperaturen noch nah am Gefrierpunkt gewesen und die Sonne hatte noch nicht die Kraft, die Steine zu wärmen. Das Wasser war ebenfalls noch frostklar, erst später in der Saison würden Algen es grün färben. Etwas weiter draußen saßen zwei Kormorane auf den Steinen und hielten ihre Flügel prüfend in den Wind. Ich hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, aber tatsächlich kam die Kälte direkt über meine Sitzfläche, weshalb ich versuchte, nur mit einem Knochen auf dem Stein zu hocken. Siri machte die Kälte nichts aus. Ihr hellblondes Haar flatterte im Wind, während sie ins Wasser starrte. Schließlich, mein Hintern war schon taub, stieß sie mich an und deutete ins Wasser. Ich hatte schon gestern befürchtet, dass sie es bemerken würde. Vielleicht hatte sie es auch schon gestern gesehen. Konnte man nicht einschätzen, Siri war gut darin, Dinge für sich zu behalten, wenn sie es wollte. Die Steine, auf die sie wies, lagen unter der Wasseroberfläche, sie stützten die Mole von der Seite. Sie waren andern geformt als die groben Feldsteine, auf denen wir saßen. Sie waren flach und schützten die Mole wie ein Schuppenpanzer. Dennoch hatte das Eis einige von ihnen angehoben und neu abgelegt, so dass man jetzt im klaren Wasser die verwaschenen Inschriften lesen konnten. Es waren Grabsteine, das wussten alle, die hier lebten. Irgendwann lief die Pacht für die Gräber aus, dann wurde das Grab ausgehoben und für neue Bestattungen freigegeben. Und die Steine fanden unter anderem Verwendung an der Mole. Ich hielt die Luft an und sagte nichts. Das hier konnte überall hin führen, also hielt ich den Atem an, zählte bis 8, atmete auf 7 aus und langsam auf 4 ein, bis meine Lungen voller Luft waren, dann hielt ich den Atem wieder für 8 Sekunden. Wenn ich mit einem Atemzyklus durch war, streckte ich einen Finger aus der in meiner Jackentasche geballten Faust und atmete weiter. Als ich drei Finger gestreckt hatte, ging es los. Sie strich eine Strähne hinter die Ohren zurück. Ich konnte sehen, dass sie aufgebracht war. Sieh Dir das an, sagte sie, und ich sah hin und hatte keine Ahnung, was jetzt kommen würde. Also hielt ich noch einmal die Luft an und zählte bis acht. Die Inschriften waren kaum noch zu lesen, Die Strömung und der Sand hatten ihre Arbeit getan und die Namen nahezu ausgelöscht. Ich atmeten wieder aus. Es stört mich nur der Gedanke, sagte sie plötzlich, wie lange man tot ist. Ich meine, man sitzt hier, und die Zeit tickt so ganz gemächlich davon, und jeden Augenblick habe ich einen Augenblick weniger zu leben. Jeden Atemzug einen Augenblick weniger. Aber tot ist man für immer. Es ist nicht so, dass eine Sekunde des nicht mehr Lebendig Seins etwas von der Zeit des Nicht Lebendig Seins fortnähme. Nur das was bereits war, nimmt etwas von dem, was jetzt noch kommen muss, Unendlichkeit. Tod kann nur deshalb nicht unendlich sein, weil ich schon einmal gelebt habe. Aber dann hält die Zeit an und alles Warten der Welt macht es nicht ungeschehen. Die Strähne hatte sich wieder befreit und sie strich sie erneut zurück. Es stört mich einfach, sagte sie noch einmal, dass es so lange dauert.

The woods are lovely …

Inger-Kristina Wegener:

This still holds true …

Originally posted on Art & Writing:

Robert Frost, 1913. Robert Frost, 1913. (Photo credit: Wikipedia)

It might just be true that there are some words that own us before we even truly know them.

A long time ago, I was a kid still, I watched a spy movie. I don’t even know the title of that movie now nor do I remember the plot.  I seem to remember the face of the main actress but do not know her name. I just recall that the story unfolded around a group of so called “sleepers”, people who were leading normal average US citizen lives until they were called – by phone – by a contact person who then “woke” them to perform a certain task by reciting a single line from a poem to them. And this single line from a very famous poem  stayed with me for years. Alas, neither did I know it was famous, nor did I…

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MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE, Ausstellung im Landeshaus Kiel vom 17.11. – 27.11.2014

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Mit angemessener Nervosität zähle ich die Stunden bis zur Eröffnung der Ausstellung im Landeshaus Kiel.

Die Monster, die als Botschafter der UN Kinderrechtskonvention in vielen Nächten in meinem Studio Gestalt annahmen, hängen seit Freitag in dem lichtdurchfluteten ersten Stockwerk des Kieler Landeshauses und warten auf die Eröffnungsveranstaltung. 41 Monster für 41 Artikel des Teil I der UN Kinderrechtskonvention. Über 250 Besucher haben sich auf die Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein für die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung angemeldet, es sind sehr viele junge Menschen dabei.

Ein Wunsch für die Ausstellung sei erlaubt: mögen die Monster, die mich und viele Schülerinnen und Schüler in über zehn Jahren Workshops begleitet und inspiriert haben, in der ihnen eigenen Sprache zu den Kindern und Jugendlichen sprechen.

“Überall lernt man nur von dem, den man liebt.” hat Goethe gesagt. Astrid Lindgren griff es in ihrer Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels auf. Das gilt, wir wissen es, für das Gute, das wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können, Gerechtigkeit, den Wunsch nach Freiheit und Menschlichkeit, wie auch für das Gegenteil: Gewalt, Unversöhnlichkeit und Gier.

In einer Welt, in der so viel Gewalt zwischen den Menschen herrscht, gilt es mit den Worten Astrid Lindgrens daran zu erinnern, dass all jene, die heute Gewalt predigen, einst Kinder waren, die Gewalt lernten. Und so ist es mit dem utopischen Sinn der Künstlerin ebenso wie mit dem nüchternen Sinn der Juristin, dass ich mich mit dieser Ausstellung  zum 25. Geburtstag der Konvention direkt an die Kinder wende. Wer bereits Rechte hat, braucht sie anderen nicht zu entreißen. Wer satt ist, kann lernen. Wer geliebt wird, kann lieben. Wer Gerechtigkeit erfährt, wird Gerechtigkeit verbreiten.

Die Umsetzung der UN Kinderechtskonvention (und die Aufnahme von Kinderechten in unser Grundgesetz) ist notwendige Arbeit am Fundament unserer Gesellschaften. Nach all diesen Jahren lasse ich mich nicht eines anderen belehren: aus geliebten, respektierten Kindern werden friedliche Erwachsene.

Monster für Kinderrechte! Die UN-Kinderrechtskonvention wird 25!

IMG_3493MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE. Zum 25. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention heißt die Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein im Kieler Landtag 41 farbenfrohe Monster gemalt auf Kakaojutesäcken als unkonventionelle Botschafter der 41 Artikel und Kinderrechte des Ersten Teils der Konvention willkommen. Die Ausstellung richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichzeitig – in Wort und Bild lädt sie dazu ein, Kinderrechte mit Spaß und Entdeckungsfreude besser kennen zu lernen.

In jedem Monsterbild finden sich „Dinge“, die Kinder gesammelt haben: zerbrochene Katzenaugen, Schlüssel, abgebrochene Bleistifte, Knöpfe, Flaschenkorken, Murmeln, Glitzersterne, Strandglas. Solche Schätze findet nur, wer Zeit und Phantasie hat, sie lassen sich eilenden Schrittes und mit straff organisiertem Kalender nicht entdecken. Wer bislang gemeint hat, Besseres zu tun zu haben, als Scherben aufzuheben, wird mit dieser Ausstellung zum Nachdenken angeregt. Kinder geben ernst zu nehmende Impulse für die Zukunft, zum Beispiel zu einem verantwortlichen Umgang mit natürlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Ressourcen. Und: Nur eine Welt, in der Kinder sicher spielen, wachsen und lernen dürfen und Erwachsene bereit sind, ihnen genug Freiheit hierfür einzuräumen, kann eine lebenswerte Welt für alle bleiben.

In short: The Who is the What

FotoNach dem Studium der Rechtswissenschaften an der FU Berlin, unter anderem in Prof. Dr. Uwe Wesels rechtsgeschichtlichem Seminar, und einer Studienzeit “Freies Bühnenbild und Malerei” mit dem belgischen Maler Roger Servais in Berlin, habe ich nach dem zweiten juristischen Staatsexamen in München, Atlanta, und annähernd vierzehn Jahre in New York City gelebt und gearbeitet.

Seit meiner Rückkehr aus den USA arbeite ich als niedergelassene Rechtsanwältin und weiterhin auch als Künstlerin in Norddeutschland. Der tägliche Umgang mit Mandanten, Anwälten, Behörden und Gerichten ebenso wie meine nebenberufliche Arbeit mit Schülern und Schülerinnen bieten eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für meine Kunst.

Aufklärung über Recht insbesondere auch junger Menschen sind integrativer Teil meiner künstlerischen Arbeit und zeigen sich exemplarisch in dem seit vielen Jahren andauernden Projekt “Kinderrechte sichtbar machen”, einer Verbindung von künstlerischen und juristischen Inhalten, welches sich auch in der neuen Ausstellung MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE im Landtag Kiel darstellt. Kunst wird in diesen Arbeiten als Dialog und als Vision mit dem Ziel der Gestaltung gesellschaftlicher Realität verstanden.

Studied law at the Free University in Berlin after graduating high school in Kiel. Was greatly influenced by the history of law seminar of Prof. Dr. Uwe Wesel. Studied painting and stage design with the Belgium painter Roger Servais. Then moved to Munich, New York, Atlanta and back to the New York area. Lived and worked in the US for fourteen years.

Upon return to Germany I started working as a lawyer again. I continue my work as an artist and as a lawyer and I dedicate time to teaching law and art to people, mostly kids. Everyday experience with clients, attorneys, courts as well as with students is a never failing source of inspiration for my work.

Teaching legal aspects of daily life to kids is part of my work as an artist. My project „Kids are people“ (Circus Utopia Art Press) has combined a living learning environment for art as well as for law for many years. Art in this work is but a way to communicate the need to create just human environments.