Hinter den Spiegeln, Julians Geschichte, LiterRATura #23, Ausschnitt aus: “Das Kartenspiel”

img_0317-1LiteRATura # 23 , Julians Geschichte / Auszug aus: Das Kartenspiel
„Kannst Du bitte endlich die Tür aufmachen“, rief es aus dem Flur. Er war nun schon über 20 Minuten im Bad, länger als üblich. Es ging ihm nicht gut. Wie jeden Morgen hatte er sich eingeschlossen, um in der für ihn passenden Geschwindigkeit und unbedrängt von seiner Frau und seinen beiden Kindern wach zu werden. Er sah auf die Uhr. Noch 15 Minuten, bis Jenny die Kinder wecken würde, solange konnte sie noch warten. Sie ließ nicht nach: „Was machst Du denn so lange da drinnen? Ich muss heute morgen zum Schülerfrühstück. Hörst Du mich?“.
D. schenkte ihr keinerlei Beachtung. Sie würde gehen. Sie ging immer, wenn er nur lange genug schwieg. Seit Wochen schlief er schlecht. Gründe gab es genug: Seine Position im Institut war nicht mehr so unangreifbar wie früher. Zudem gab es seit neuestem Gerede. J. hatte ihn verlegen darüber aufgeklärt, dass Gerüchte über ihn und F. kursierten. Der Grund war, dass F. und er oft die letzten waren, die das Institut verließen. So what. Aber gestern Abend hatte man sie zusammen gesehen, als sie Essen gegangen waren. F. hatte nach dem Spiel einen gehörigen Appetit, und obwohl er sie dazu hatte überreden können, weit aus dem Zentrum heraus zu fahren, unter dem Vorwand, er wolle zu seinem Lieblingsitaliener, hatte er Pech gehabt: Peters, der Lektor des Instituts war mit seiner Familie vor einem Jahr ins West End gezogen. D. hatte das leider vergessen.
Beide Männer hatten sich nichts anmerken lassen, und Peters hatte das Restaurant in Begleitung seiner neuen Frau, die D. vom letzten Weihnachtsfest kannte aber die ihn offenbar nicht erkannte, wenig später ohne formellen Gruß verlassen, aber mit einem zutraulichen Augenzwinkern in seine Richtung. Als D. Peters erblickt hatte, war seine erste Befürchtung gewesen, dass F. die Geschichte jetzt beenden würde, weil sie befürchten würde, Peters würde sich das Maul zerreißen. Ihre größte Furcht war, dass die anderen Anlass haben könnten, zu denken, sie habe die Stelle nicht aufgrund ihrer Leistung sondern aufgrund ihrer persönlichen Beziehung zu D. erhalten. D. wußte das. Es kümmerte sie nicht, was die anderen über ihr Privatleben dachten. Aber es machte ihr etwas aus, wenn man ihrer Arbeit nicht den angemessenen Respekt entgegen brachte. Es zeigte ihm, dass sie trotz ihrer zur Schau getragenen Überlegenheit letztlich nicht sicher war, ob ihre Arbeit gut genug war. Manchmal dachte er, dass ihre Arbeit gerade deshalb so gut war, weil sie diesen grundsätzlichen Zweifel an sich selbst hegte.

Aber F. hatte, so unglaublich das klang, Peters überhaupt nicht wahrgenommen, sondern sich vollständig ihren Linguine ergeben, die vor ihr auf dem großen Pastateller vor sich hin dampften und die sie sich begierig und fast selbstvergessen Gabel um Gabel in den Mund stopfte. Sie war eine phantastische Frau! Er hatte die ersten Wochen nach ihrer Einstellung in einer Art Rauschzustand verbracht, ja, er war fast glücklich gewesen, und geblieben war das Gefühl der Lebendigkeit, wenn sie in seiner Nähe war.

Aber wenn er in den Spiegel sah, wie an diesem Morgen, in den großen Spiegel über dem Marmorwaschtisch mit den zwei ehelichen Waschbecken, überkam ihn ein Gefühl, dass eine gewisse Melancholie mit Abscheu mischte. Er atmete aus und sah seinen Bauch über den Hosenrand sinken. Es war wohl nicht abzusehen, dass der Speckring um seinen Bauch jemals wieder kleiner werden würde, auch wenn er tatsächlich mit Frühsport beginnen würde wie er sich von Zeit zu Zeit vornahm.

Er zog den Bauch wieder ein und erinnerte sich des Sixpacks, den er früher gehabt zu haben glaubte. Wenn er den Bauch einzog, sah er noch passabel aus. Seine Schultern waren seltsamer weise hager und seine Beine schlank. Es war alles nur eine Frage der Kleidung. Es war teurer geworden als früher, gut auszusehen, aber er war noch passabel. Jedenfalls in seinen eigenen Augen.

Mit J. konnte er wohl nicht mehr konkurrieren. Er atmete wieder aus und spürte erneut das Metall der Gürtelschnalle in seinem Bauch. Er beugte sich zum Spiegel vor, und lenkte den Blick auf sein müdes Gesicht, die Wangen, die begannen über seine scharfen Wangenknochen zu hängen, seine gute Grundstruktur, wie seine Mutter einmal stolz gesagt hatte, er massierte die beginnenden Tränensäcke und grinste sich selbst halb ironisch, halb grimassenhaft an. Wenn F. erreicht hätte, was sie wollte, war es mit ihnen vorbei, dachte er mit plötzlicher Klarheit. All die Worte über intellektuelle Verbundenheit und Freundschaft waren gut und schön, aber er sollte es besser wissen. Er kommentierte seine Beobachtung. Aber wenn ich ehrlich bin, macht mir das nicht wirklich etwas aus. Oder war das ehrlich? Machte es ihm wirklich nichts aus, dass Frauen ihm jetzt für seinen Volvo und und seine Position als Institutsleiter und ihre potentielle Karriere schöne Augen machten statt wie früher für sein Aussehen und seine aufstrebende Karriere als Schriftsteller? War das wirklich ein Unterschied? Mitte 50 war nach seiner Überzeugung ein furchtbares Alter für einen Mann. Das Leben hält für jeden unendlich viele Enttäuschungen bereit, dass wusste er schon lange, aber er hatte gelernt, damit umzugehen, war sogar stolz auf seine Souveränität im Umgang mit Enttäuschungen. Er hatte aus seiner Midlife-crisis sogar literarischen Gewinn gezogen. Midlife-crisis, was für ein altmodisches Wort, er musste es in die Liste aufnehmen, das gab es in einem Zeitalter konstanter Selbstoptimierung im offiziellen Sprachgebrauch gar nicht mehr, die midlife-crisis. Jedenfalls hatte er dieses Gefühl, das ihn wie einen dauernden leicht ziehenden Zahnschmerz begleitete, in einer Geschichte ausgeweidet, die er „Der Tag an dem ich alle meine Träume zu Grabe trug ohne einen einzigen Laut der Trauer von mir geben zu müssen“, genannt hatte und in der LiteRATura # 19 veröffentlicht. Er hatte einige Anerkennung von den Kritikern erhalten, die sich immer zu Wort meldeten, wenn er etwas veröffentlichte, und einige enthusiastische Leserbriefe. Wenn er ehrlich war, hatte ihm dieses Lob doch etwas bedeutet. Er konnte immer noch, wenn er wollte. Und doch sollte er es besser wissen, er kannte den akademischen Literaturbetrieb gut genug, um zu wissen, dass dieses offizielle Lob auch eine Währung war, mit der man vieles bezahlen konnte, und die ihren eigenen Tauschkurs hatte.
Aber nein, all diese Dinge waren nicht verantwortlich für seine schlaflosen Nächte. Das wäre auch einfach lächerlich gewesen. Sein Selbstbild war seit jeher das eines abgeklärten, gelassenen Beobachters. Er hatte sein ganzes Leben dem, was er das allgemeine Gejammer nannte, das ihm überall entgegenschlug, in der realen Welt ebenso wie in der Selbstentblößungsliteratur, Verachtung entgegen gebracht. Sein Vorbild war der große Meister der Bescheidenheit William Maxwell gewesen. Aber um so aufrichtig zu sein, wie er es eben vermochte, hatte er bestenfalls eine Art Warhol-Pose entwickelt, die es ihm erlaubte, nicht zu viel von dem zuzulassen, was ihn schmerzte. „So what ?“ „Was solls“ . So hatte er es sich beigebracht, um die Dinge, die er bei sich die “schlimmen Dinge” nannte, einzuordnen, sie zu bagatellisieren, und ihnen damit den Schneid abzukaufen. Aber nach und nach war aus der Pose ein Gefühl der Entfremdung geworden, ein Gefühl, als stehe er wie ein Zuschauer neben seinem eigenen Leben, und kommentiere es wie einen Film. Einen jener mittelmäßig interessanten Arthouse-Filme, die man am nächsten Morgen vergaß. Letztlich war die einfache Frage, was ein Leben eigentlich noch interessant machte, wenn man sich erst einmal eingerichtet hatte mit all diesen Dingen, Marmor im Bad, Eichendielen im Schlafzimmer, den Volvo, Urlaub in schöner Kulisse. Er konnte sich nicht mehr erinnern, wo genau genau das Gefühl, aus sich selbst herausgetreten zu sein, seinen Ursprung hatte, aber er wusste, dass er ihm wenig entgegengesetzt hatte und jetzt kaum noch wusste, wie er sein Leben anders als aus dem Off leben sollte. Seine Faszination mit F. lag gerade darin, dass er sich in ihrer Gegenwart manchmal in sich selbst zurück begeben konnte, wenn auch nur wie in ein Ferienhaus mit Fenstern zum Meer.

Am schlimmsten empfand er , dass er sich auch immer weiter von Jenny und den Kindern entfernte. Dies war seine dritte Ehe und seine zweite Familie, er hatte sich die Kinder fast ebenso gewünscht wie Jenny, deren erste Ehe es war und die einen detaillierten Entwurfsplan für ihr gemeinsames Leben besaß. Es verließ sich auf sie und segelte mit dem Wind, den sie erzeugte, aber er blieb zunehmend unbeteiligt an diesem Leben, dem er als notwendiger Statist beiwohnte. Das war nicht fair gegenüber Jenny, aber er konnte es, nein, er wollte es nicht ändern. Es war seine „Truman Show“ für Fortgeschrittene, wenn man so wollte.
Heute Nacht war es ihm besonders schlimm ergangen. Lange Zeit hatte er einfach den großen fluoreszierenden Zeiger auf dem Wecker verfolgt, wie der quälend langsam über die Zeit hinweg strich und anzeigte, wie er sein Leben vergeudete. Selbst im Schlaf. Dann war er wohl doch weg gedämmert und statt der Zeiger waren Bilder aufgetaucht, vertraut und schrecklich zugleich, und immer noch irgendwie vor dem Hintergrund des nächtlich vertrauten Schlafzimmers, so dass er sich im Traum mit geteiltem Wach- und Traumbewusstsein nicht sicher war, ob er wach war oder schlief.

Die Bilder hatten sich in einem ungeheuren Tempo abgewechselt, F., die Linguine verschlang als wären es lange Würmer, Peters, der ihn mit entblößtem Gebiss wie ein zorniger Affe angrinste, während er mit seiner Ehefrau aus dem Restaurant watschelte, Jenny, die lange blutige Kratzer auf ihrer weißen Haut hatte, da war ein seltsamer Nebel gewesen, der aus der Küche des Restaurants zu quellen schien, F., die immer noch unbekümmert ihre sich windenden Linguine verschlang und ihn dabei merkwürdig konzentriert anstarrte, und dann, unvermeidlich, die plötzliche Entdeckung, dass er vergessen hatte, seine Hose wieder anzuziehen und mit steifgebügeltem Hemd und Krawatte, aber mit nacktem Gesäß auf den roten, kühlen Kunstlederpolstern saß, und zwar, natürlich, mit einer deutlichen Erektion, die ihn halb ins Wachsein zurückholte und automatisch nach seiner Frau greifen ließ, die sich ebenso automatisch von ihm wegdrehte und in seinen Traum zurückstieß, wo er sich wieder Peters wissendem Affengrinsen gegenübersah und F.s immer noch bis zum Rand gefüllten Pastateller mit den sich windenden Linguini. Die mechanischen Bewegungen der sonst so geschmeidigen F. beim Aufrollen der Würmer auf die Gabel, das leere Grinsen des Kollegen, die ungelöste sexuelle Spannung verursachten ihm noch im Traum Herzrasen, und er erwachte schweißgebadet und mit erhöhtem Puls und immer noch hart. Der Blick auf den Wecker hatte fünf Uhr dreißig gezeigt und mit einem Blick auf den Rücken seiner schlafenden Frau hatte er von einem zweiten Versuch abgesehen und war aus dem Bett und über den Flur ins Bad gestolpert, wo er das heiße Wasser in der Dusche angestellt hatte und sich den Schlafanzug vom Leib gerissen hatte, aber statt in die Dusche zu steigen hatte er keuchend in den Spiegel gestarrt und zugesehen, wie der heiße Dampf sein Spiegelbild nach und nach auslöschte. Zugleich hatte er mit einem Gefühl von kommentierender Lächerlichkeit versucht, die Beklemmung, die nach ihm griff, fort zu atmen wie er es nach seinem letzten Zusammenbruch auf Anraten seines Hausarztes gelernt hatte, während er zugleich Hand anlegte.

Auch danach war die Beklemmung nicht vollständig gewichen trotz einer gewissen temporären Erleichterung. Er versuchte erneut bewusst zu atmen und seine Fassung zurück zu gewinnen. Er hatte mechanisch begonnen sich anzukleiden, obwohl die Dusche immer noch lief, Unterhose und Jeans, die er beim Auskleiden gestern Abend über den Hocker geworfen hatte. Dann hatte Jenny begonnen, Einlass zu begehren, damit sie rechtzeitig zum Schülerfrühstück in der Schule sein konnte. Jetzt hatte sie endlich aufgegeben. er hörte sie in der Küche hantieren. Sie vergaß nie die Prioritäten.

Er holte tief Luft und schloss den Gürtel. Dann atmete er wieder aus. Sein Atem blies noch tiefere Nebelfelder auf das schon beschlagene Spiegelglas. „Gott, hilf mir“ schrieb er einer Eingebung folgend quer über den Spiegel.
Da war das scharf geformte und eng gepresste „m“ aus seiner Handschrift zu sehen und ein „G“, das er erst beim zweiten Hinsehen als sein eigenes interpretierte. Gott war seit Adorno ebenfalls nur noch ein theoretisches Konzept. Nichts passte zusammen. Es war nicht einmal ein ironischer Kommentar. Er war eine einzige Inszenierung, ein Clown. Rund um die einzelnen Buchstaben lief das Wasser auf der Spiegelfläche aus den Buchstaben und das Glas herunter. Er starrte die Tropfen auf der Glasfläche an, in denen wieder ein fragmentarisches Spiegelbild erschien, und fühlte, wie er von dem Spiegel angezogen wurde wie von einem Luftsog und wie sein Gesicht ganz ohne bewussten Einsatz seiner Nackenmuskulatur näher an das tropfende Wort “Gott”herangeführt wurde, während er selbst immer noch ironisch aus dem Off kommentierte. Das Nebelfeld verdichtete sich immer stärker, jetzt berührte er es, und es bot ihm keinen Widerstand, es war sanft und kühl und elektrisch und nahm ihn schließlich ganz in sich auf, und er sah nichts mehr, nur das lichte Grau, und er hörte auch seine eigene innere Stimme nicht mehr, und das war eine unfassbare Erleichterung. Für einen kurzen Zeitpunkt meinte er, er könne Elektronen um die Wassermoleküle hinter den Spiegeln wirbeln sehen. Er, war überrascht, welch laute Geräusche das machte. Er wunderte sich für einen flüchtigen Augenblick, warum dieses Geräusch sonst nicht zu hören war, die kleinen Dinger machten wirklich einen höllischen Lärm. Aber bevor er den Gedanken zu Ende gebracht hatte, schlugen helle Blitze in seine Netzhaut ein, und er stürzte durch den Nebel, der plötzlich nicht mehr sanft war, sondern schneidend wie Glassplitter, und er krampfte zusammen, wieder und wieder, und verlor die Orientierung, bis der Nebel sich färbte, rot, und sich dann lichtete, pink, und ihn wieder ausspie auf der anderen Seite, der richtigen Seite des Spiegels, in sein eigenes eheliches Badezimmer am Kaiserdamm in Berlin.
Zurück im Badezimmer drehte sich die Welt noch immer um ihn herum, als säße er auf einem Kinderkarussell, genauso wie gerade zuvor die Elektronen um die Moleküle geflitzt waren, nur war er jetzt ein Elektron. Es fiel ihm gerade nicht ein, wer das Molekül war, aber tatsächlich fühlte er sich für einen Augenblick irgendwie besser, fast wie wie neu geboren und er schaffte es sogar, wieder etwas wie Amusement über das gerade erlebte Schauspiel zu generieren. Soviel konnte er schließlich von sich selbst erwarten, nämlich, dass er sich nicht der Verzweiflung überließ, sondern dass er sich auch hiermit arrangierte und seinen Nutzen daraus zog.
Von draußen hörte er – immer noch wie aus weiter Ferne – aufgeregtes Geschrei. Er brauchte etwa zwei Minuten um zu begreifen, dass die Stimme, die da so erbärmlich schrie, seiner Frau Jenny gehörte. Obwohl ihm ziemlich schwummrig war erhob er sich und positionierte seinen Hintern auf den Rand der Badewanne. Seine Hände schlossen die Tür auf, ohne dass er sich aus seiner gekrümmten Haltung erhob. Seine Muskeln waren immer noch verkrampft. Jenny öffnete die Tür und drängte in den Raum. Im Hintergrund wuselten die Kinder. „Endlich! Ich möchte wissen, … Oh mein Gott. Du bist voller Blut“, stellte sie mit schriller Stimme fest, in der Empörung, Angst und, in Anbetracht dessen, dass er auf der Badewanne saß und sich nicht auf dem Boden krümmte, auch etwas Erleichterung mitschwang.
Ohne ihr einen einzigen Moment ins Gesicht zu blicken drückte Daniel sich mit einiger Mühe an ihr vorbei aus dem Badezimmer in den Flur, wo die Kinder ungerührt seiner Erscheinung weiter tobten und ihn glücklicher Weise nicht wahrnahmen und wankte halbnackt an der Wand entlang ins gemeinsame Schlafzimmer und schloss die Tür hinter sich. Er hörte durch die geschlossene Tür, wie Jenny mit den Kindern sprach. Er stellte sich vor den Kleiderschrankspiegel und nahm seine schwarze Hornbrille von seiner Nase, die wie durch ein Wunder an ihrer Stelle geblieben war, und rieb sich die Augen. Jenny hatte ihn für verrückt erklärt, als er sein randloses Gestell gegen dieses auffällige Modell ausgetauscht hatte. „Du steckst echt in der Krise“, hatte sie gesagt, und seine Brille dann keines weiteren Kommentars mehr gewürdigt. Ihm wurde weich in den Knien und er wankte zurück zum Bett und legte sich vorsichtig wieder hin.

Diesmal hatte ihn seine Epilepsie mehr gekostet als ein paar Hirnzellen, stellte er fest, als er an sich hinunter sah und eine unberührte Bestandsaufnahme versuchte. Offensichtlich war er in sich zusammengekrampft und wie ein Stein zu Boden gegangen. Sein Gebiss muss kurz auf dem Waschbecken aufgesetzt haben. Dafür hatte er Tribut zahlen müssen. Die Zähne hatten seine Unterlippe teilperforiert, das war die Quelle des Blutes, das sich grosszügig über den Boden und sein Kinn und seinen Hals und seinen Oberkörper verteilt hatte. Aber seine Zunge war heil geblieben, Gott sei Dank, er musste Ende der Woche einen Vortrag halten. Er strich mit seiner Zunge über seine Schneide- und Eckzähne und stellte erleichtert fest, dass kein Zahn fehlte oder angeschlagen war. Da keine Zahnstücke im Mund waren beschloss, er dass Blut, das sich immer noch zwischen seinen Zähnen in seinem Mund sammelte, herunterzuschlucken.
Die Tür zum Schlafzimmer öffnete und schloss sich wieder. Jennys Schritte barfuss auf den verdammten Eichendielen. Er lag flach auf ihrer Seite im gemeinsamen Ehebett und lauschte ihren nackten Füßen. Seine Sinne waren immer noch überaktiv. Er roch ihren Schweiß auf dem Kopfkissen, das er zur Seite gedrückt hatte, um flach zu liegen. Er mochte ihren Geruch. Er nahm das Kissen hoch und drückte es sich fest auf das Gesicht und sog ihren spezifischen Jennygeruch ein. Sie schliefen noch manchmal miteinander, immerhin. Oft hatte er allerdings das Gefühl, dass sie lediglich keine Kraft mehr verschwenden wollte, um sich gegen seine Avancen zur Wehr zu setzen. Sie wusste, wie nachtragend er war, wenn er in dieser Beziehung nicht bekam, was er wollte.
Er nahm das Kissen vom Gesicht und sah sie an. Sie setzte sich neben ihn auf die Bettkante. Der Kissenbezug war blutig. Draußen tobten die Kinder über den Flur. Sie hatten etwa vier Minuten, bis eines zu schreien beginnen und Jenny aufspringen würde, um den Streit zu schlichten. Manchmal fragte er sich, was geschehen würde, wenn sie die Kinder einfach einmal streiten lassen würde. Kaum vorstellbar. Noch weniger vorstellbar, dass er dies vorschlug. Mit einem gewissen dramatisch gesteigerten Selbstmitleid aber in der Sache nicht unzutreffend dachte er, er könnte auch im Sterben liegen, Jenny würde aufspringen und ihn sich selbst überlassen, wenn eines der Kinder zu schreiben begann.

Jenny saß neben ihm und sah ihn an,als könne sie seine Gedanken erraten. Wahrscheinlich konnte sie es. Ihre Aufmerksamkeit war halb bei den Kindern, die jetzt irgendeinen Gegenstand über den Flur schleiften, aber sie blieb noch bei ihm und ihr Gesicht war ernst und aschfahl. Er wusste nicht, ob es Ärger oder Sorge war, die sich in ihrer Mimik zeigten, aber er hoffte auf Ärger und sah ihr fast erwartungsvoll entgegen. Ein Streit würde ihn jetzt beleben, spürte er. Sie aber saß auf dem Bettrand und strich ihm einfach über das Haar. Sie liebte ihn also immer noch. Aber sie wusste doch genau, dass er sich verändert hatte und auch, dass er sich unabänderlich weiter verändern würde. Sie hatten oft darüber gestritten, wie wenig Anteil er an allem nahm, was sie schließlich gemeinsam gewollt hatten. Er hatte sich nie so weit hinausgewagt zu sagen, dass es ihr Plan gewesen war und er ihr einfach nur keinen Widerstand entgegengebracht hatte. Dein Plan, Jenny. Ein schöner und unorigineller Plan, der nicht zu dem Mann passte, der er eigentlich hatte sein wollen, aber den er jetzt auch schon nicht mehr wirklich erinnerte. Jenny war nicht dumm und sie war auch nicht uninteressiert. Schließlich war sie seine beste Studentin gewesen, bevor sie die Göttin seines Tisches und Hauses wurde. Sie erkannte daher, dass er nicht mehr so wie früher schrieb, dass er nicht mehr in dem Glauben schrieb, dass es einen Unterschied mache, was er schrieb, sie wusste besser als die anderen, dass seine Arbeit im Institut ein Vorwand war, sich nicht an den Schreibtisch zu setzen, und zugleich ein Vorwand, nicht nach Hause zu kommen. Und sie, seine strahlendste Eroberung, die Mutter seiner kleinen Kinder, die Göttin seines Hauses? Er benutzte sie mit warmer Zuneigung, aber er nahm sie nicht mehr wahr, nicht einmal die Kratzer, die sie über der rechten Flanke hatte, waren ihm am Vorabend aufgefallen, als sie sich gemeinsam im Bad entkleidet hatten, obwohl sie sich keine Mühe gemacht hatte, sie vor ihm zu verbergen.

Aber in diesem Augenblick war das nebensächlich. Jetzt war sie voller Sorgen und wohl dennoch mindestens ebenso zornig auf ihn, aber sie blieb stumm. Er konnte ihre Gedanken auch so hören, aber er war noch zu schwach, zu antworten, sie herauszufordern, den Streit zu provozieren, den er wollte.

Er hörte ihre Gedanken. Wie konnte er sich dieser Gefahr aussetzen? Sie war sicher, dass er seine Medikamente nicht genommen hatte, sie wahrscheinlich über irgendeiner seiner Unternehmungen vergessen hatte. Er war so nachlässig, er nahm nichts jemals ernst, nicht einmal sich selbst. In diesem Jahr war das schon der dritte Anfall. Sie hatte ohnehin keine ruhige Minute mehr, wenn er unterwegs war. Was würde passieren, wenn es das nächste mal auf einer Treppe passierte oder beim Autofahren? Was dann? Was, wenn er jemanden verletzte oder tötete, was, wenn er sich selbst verletzte und ein Pflegefall wurde, was dann, was passiert dann mit mir? Was passiert mit den Kindern? Denkst du an so was? Aber sie fragte es nicht laut, denn der Gedanke, der folgte, der immer folgte, wenn sie so weit gedacht hatte, war schrecklich und sie schämte sich. Sag es doch, Jenny, dachte er , sags doch, dann können wir uns jedenfalls streiten, und ich bleibe im Recht, denn diesen Streit kannst Du nicht gewinnen. Ich weiss, was Du denkst: Wenn es passiert, so wäre es das beste, wenn ich mich selbst totfahren würde, das denkst Du, gib es doch zu, mich selbst, und niemanden sonst, und Du und die Kinder hättet dann die Lebensversicherung, wäret abgesichert, müsstet Euch keine Sorgen machen. So lange sie niemandem sagten, dass es schon der dritte Anfall innerhalb einen Jahres war, und er nachlässig mit seinen Medikamenten war. Aber Jenny streichelte nur sein feuchtes Haar und blieb stumm.

Mr. Letterman keeps a secret

 

Mr. Letterman was the kind of man who found find intrinsic value in reflection and contemplation and had allowed this inclination to become the building structure of his life. This was why as an undergraduate student even with law school in mind he had chosen to study philosophy rather than economics and had concentrated on 17th-century philosophy which he found particularly intriguing because it answered to his own temperament. He had studied Descartes, Locke, and Newton, and had read Kant as well as Goethe, Voltaire, Rousseau, and Adam Smith. He cherished reason and individualism as the core values of enlightenment.
He knew quite well how difficult it was to actually live an individual life as he understood it, starting with an education that gave a student time to acquire the ability to distinguish individual choices from prefabricated ideas. He had been a keen observer all of his life, and since the late Eighties had noticed the changes imparted by a growing globalized market on American cultural habits which had been in fluid transformation of very different heterogene cultural movements since the late Sixties but now were anastomosing into more or less one all-emcompassing stream of consumer culture. Since then, or so he was convinced, increasingly suggestive marketing strategies had been skillfully reducing individual freedom more or less to the act of choosing between different consumer goods. According to the logic of the market commercial success was the gate to freedom as it allowed access to consumer products, and striving for the possession of consumer goods had been accepted as the ultimate meaningful pursuit in life. People now spend most of their time working and earning money to spend on such consumer goods and if their work in itself happened not be meaningful, there was little time left to construct meaning from whatever was left over to their private discretion. Consumer goods as carriers of a lifestyle that few could integrate into their everyday routines were tailored to fill the void of the un-lived life while at the same time creating the desire to acquire even more goods, more things to throw into the abyss of time.
Mr. Letterman knew that poverty enslaves families, condemning generation after generation to a living on low wages and social security, that people as intelligent as he considered himself to be had to forego higher education and work hard, repetitive jobs, wasting their potential, that he himself, due to fortuitous social circumstances, had been allowed to develop. He knew that in low incomehouseholds – among other things – there was indeed also a lack of needed consumer goods from food to clothing to furniture to kitchen appliances to books. But he also knew that it was not the lack of consumer products that was most painful consequence of low incomes but the lack of education and access to the many sources of meaning that were reserved for those who knew how to decipher the code. Higher education was an expensive privilege. He was not fighting for social justice per se even though he was representing a fair share of pro bono cases. But he kept aware that he did not earn the privilege of an education that was denied to others and he kept a special kind of contempt for people with access to this kind of privilege who nonetheless proved incapable of making individual and intelligent choices.
For him, prerequisite to a mindful life was reading. And the prerequisite to reading well was education. He visited the New York Public Library during late lunch, sometimes just to sit down in the reading room for a while. Since childhood he had loved the gigantic stone lions who guarded the entrance to the Library, Patience and Fortitude. He loved the many different book stores of New York´s neighborhoods.He chose his books with care following his established interests and toyed with the idea to write a book himself if he should ever find the time, a book about the many stories that clients brought to him daily and which were a kaleidoscope of the many brilliant pieces of NYC of but like any passionate reader he was also curious about books and authors yet unknown to him. He loved to rediscover new as well as almost forgotten authors and frequently visited used book stores. He was a regular at Strand´s.
Saturday mornings he liked to stop by at Crawford & Doyle booksellers, a small old-fashioned independent bookstore on Madison Avenue between 81st and 82nd street close to the MetMuseum. After his visit to the book store he walked straight over to the Met where he spend whatever was left of Saturday afternoon, sitting in one of the courts and reading a new book while tourists and New Yorkers walked past him.
Crawford & Doyle booksellers catered to a eclectic  reading tastes, offering a selection of the New York Times bestseller list and the annually published most notable book list yet always keeping the discriminating reader in mind, and offering a plethora of topics including fiction, history, philosophy, biography, religion, politics, lyrics, social studies, art, children´s books and a fine selection of crime novels on the first floor of a space hardly larger than a spacious living room. The store was beautifully stacked with old dark wooden shelves and lower showcases and booktables stacked with books, leaving only small alleyways to pass through and two very narrow benches to sit down.
There was a gallery on the second floor which was, in fact, a book store within a book store, with collectible and rare books, concentrating on first editions of primarily American and British fiction. Mr. Letterman had found first editions of Frost and Yeats upstairs and a small volume of the Dubliners which he treasured and always carried with him as it fit perfectly in the pocket of his overcoat.
Crawford & Doyle was dependable and friendly like an old acquaintance. Customers were entering and leaving the store on Saturday mornings in a lively flow without interrupting the reader in the corner; they politely accommodated one another in the narrow passageways between the displays and conducted short, quiet conversations among themselves or livelier ones with the knowledgeable staff at the register. It was a store dedicated to the art of reading and thus to an enlightened public, readers like himself, in search of the path that was as individual as the reader, leading from one book to the next, choosing one, leaving out another equally deserving one, following an instinct that had formed over a lifetime of reading.
As many customers were regulars Mr. Letterman would see familiar faces on Saturday mornings and got to know the taste and habits of people who remained strangers to him yet at the same time were like family to him, serious readers like himself.  A Saturday morning regular for example was the small lady whose features were so delicate and who moved so lightly that she reminded him of a small bird. She had a special taste for all kinds of political fiction and quite obviously a voracious reading appetite. She would assemble sizable stacks of books to take home, carrying The Reader by Bernard Schlink on top of The History of the Siege of Lisbon by Jose Saramago, followed by Anthony Burgess last novel Byrne, postwar German author Heinrich Böll with a  short story collection titled The Mad dog, and on top of this formidable stack The Three-Arched Bridge by Ismail Kadare who had just recently become a lifetime member of the Academy of Moral and Political Sciences of France.

Mr. Letterman loved to cast a sideway glance at the birdlady´s finds and sometimes he let himself be inspired by her choices. It was through her that he discovered his love for Kadare. He read Ura me tri harqe, The Three-arched Bridge, first published in 1978 because he had spied it on top of her stack, and had continued with Përbindëshi, The Monster, an even earlier work from 1965, which took him some time to find and that he finally discovered in the used-book section of Crawford-Doyle´s just like before the reasure of an author-signed version of Nata me hënë, Moonlight, first published in 1985.
And then there was the girl mainly lingering in the art book section but sometimes straying to children´s books. She was mostly dressed in faded Jeans and an NYU-sweatshirt, wearing her straight dark blonde hair open and pushed back on just one side behind her ears. He had never paid too much attention to her because he did read little on the visual arts, and had no interest in children´s books but he had indeed noticed the girls just as he did notice the other regulars and had inscribed her on his inner map of a particular Saturday morning.

Then one Saturday, something strange had happened. Instead of in her usual spot in the arts he had encountered her in the non-fiction area between philosophy and history. She had taken a somewhat awkward turn to let him pass, misjudging the space between their passing bodies and with an abrupt countermovement had just so prevented herself from running the art volume into his rips . The abrupt movement almost made her drop both of her books, the art book on top of which she had opened another book, using the larger book like a small reading desk. This other book he recognized at once because he owned an earlier edition of it and was familiar with the new one she had been studying before he had interrupted her. After he had passed her unharmed, answering her apologies with a polite apology of his own, she went right back to reading. The book was „The Hedgehog and the Fox“ by Isaiah Berlin. Mr. Letterman considered this an unexpected choice for a girl who would spend most of her time in the arts and children´s book section. Isaiah Berlin had commented on this collection of essays, bearing the title of a fragment from the archaic Greek poet Archilochus. Berlin has said: „I never meant it very seriously. I meant it as a kind of enjoyable intellectual game, but it was taken seriously.“ which struck Mr. Letterman as an appropriate motto for his own well intentioned life that was meant to be light and unattached to convention but that had also turned out a bit different than he had foreseen. A little lonelier than anticipated for example.
The girl looked like the serious kind of girl who preferred reading to going out, maybe a bit too serious for young men´s taste, he thought. She was pale and almost pretty and she squinted her eyed as if she was in need of glasses while reading.
He liked the The Hedgehog and the Fox . It too was an intellectual game in which Berlin divided writers into two categories: hedgehogs, who – like Plato – view the world through the lens of a single defining idea, and foxes – like Shakespeare – who draw on a wide variety of experiences and who pursue multiple ideas simultaneously that were all but incompatible with each other but coherent in themselves, representing Berlin´s irreducibly pluralist ethical ontology. Mr. Letterman suspected that he himself – unfortunately and despite his curiosity – was more of a hedgehog really, not least due to a certain shyness and his need to keep a steady view of life while the value pluralism that Berlin was able to embrace gave his own ethical system a spinning sensation.
He had been curious if the girl would actually purchase the book or had just been attracted by the whimsical title. It was a hardcover edition though and bound to be expensive, probably around sixty Dollars, and so, even if she decided against it, it might not necessarily tell him much about her intellectual preferences. Still, his curiosity was aroused, also she seemed vaguely familiar, and so he gave her a sidewards glance every once in a while.
After a while she closed the Hedgehog and the Fox carefully, but did not put it back. Instead she pulled out yet another book from the shelf, this one slender with a marbled green-greyish paper cover over a frayed soft cardboard binding and a light green title tag glued to the front like an old fashioned school notebook. There was no dust cover.

The first thing he thought as he looked at the small book was that he must have overlooked it (because he knew all the books in that shelf and noticed new books right away when he got to it), the second thought was that it must have been displaced because quite obviously it belonged in the used book section. The girl put the art book and the Hedgehog and the Fox down on top of the fairly low shelf and gently opened the marbled book in order to spare the book spine from damage. By the way she handed the book he could tell that she was used to handling books.

He stepped a bit closer, randomly pulling out a book of his own and looking over to her again, smiling in case she should meet his gaze but she didn´t. She was fully concentrated on her book and did not look up or showed any other sign of awareness of his presence. He therefore dared to move a little closer still in order to identify the book and saw that the volume did indeed not belong in this shelf. The gilt letters on the title, partly obscured by her hands he deciphered as Ri- – o-nn- – Orph – -s and concluded that she had found a treasure, Rilke´s Sonnets to Orpheus. He knew the publishing house´s signature marble cover, a German Publisher called INSEL, the Island.
The girl became even more interesting to him now as she seemed transfixed by this new book, caressing the paper while turning the pages. Quite suddenly she looked up as if she had grown aware of his observing look. She looked directly at him and smiled. For a moment he was startled by her sudden awareness, but then he returned her smile. I am German, she said, it´s strange to read Rilke in English translation. She said this as if  they had been meeting before and this was just one out of many remarks that had already passed between them. Well, he answered, I envy you, my German is very limited and I would not be able to read Rilke if his work hadn´t been translated. That is a nice edition you found. Someone must have placed it in the wrong shelf.
She smiled again, lowered her voice and then continued the conversation  with an even more personal tone. -Will you keep a secret if I recited some lines from my favorite Rilke poem in German to you? Her English was excellent with only a slightly rough edge that gave away the German native speaker. He considered the question. He was curious and so he nodded. She briefly closed her eyes and, reopening them, looked straight at him again and started with a clear if still quiet voice, not at all like a schoolchild reciting a poem by heart, as he had half expected. Though clearly in verse it did not sound like a recitation of a poem at all, more like an intimate confession. He could make out single words, colors like Grün and Blau and simple words like Sommer and Sonne und Frau, and names of places places like Venice and Kasan, Rome and Florence, Kiev and Moscow, but the rest to him was like a strange music, beautiful and raw.

Und du erbst das Grün vergangner Gärten und das stille Blau
zerfallner Himmel
tau aus tausend Tagen
die vielen Sommer, die die Sonnen sagen
und lauter Frühlinge mit Glanz und Klagen
wie viele Briefe einer jungen Frau
Du erbst die Herbste, die wie Prunkgewänder
in der Erinnerung von Dichtern liegen,
und alle Winter, wie verwaiste Länder,
scheinen sich leise an dich anzuschmiegen.
Du erbst Venedig und Kasan und Rom,
Florenz wird dein sein, der Pisaner Dom,
die Troïtzka Lawra und das Monastir,
das unter Kiews Gärten ein Gewirr
von Gängen bildet, dunkel und verschlungen, –
Moskau mit Glocken wie Erinnerungen, –
und Klang wird dein sein Geigen, Hörner, Zungen,
und jedes Lied, das tief genug erklungen,
wird an dir glänzen wie ein Edelstein.

Es geht noch weiter, she said, after a pause, then realized that she had spoken German, repeated: – This is not where it ends, but I think this is good for now. He smiled warmly and bowed to her. She gave a small laugh and answered: – Now for my secret. He replied: – But that would be two gifts then, implying that the poem had been a gift and he had appreciated it, but she did not pay attention to him as if she was in need of depositing her secret whatever it might be with someone, just anyone, maybe the first person she met who liked Rilke.

He felt a bit uneasy, because the encounter had become personal and he did not know whether he wanted to be burdened with a private detail. – You see, she commented as if she had been following his thoughts, – the second one is not a gift, it is a fair and square deal. But don´t be afraid, it´s just an insignificant small thing I am going to tell you, quite childish really, and he felt ashamed that he had been nervous.

She continued with a hushed voice and in a slightly pedantic tone, her German accent now more apparent that she had recited the Rilke poem, – I cannot afford to buy this book, it´s really quite expensive. It´s a first edition, published in 1923, and it is absolutely beautiful. I do spend money on books as you can see, but this one´s out of my reach. So I took it from the rare book section down here and placed it in social studies because I figured chances are that most people interested in social theories and politics and history would not much care for poetry and so it would be awhile until it either found a buyer or the clerks put it back where it belongs and until then I can look at it. These editions normally go very fast. Now, there it is, my secret, and I am going to put the book back on the shelf right next to Isaiah Berlin because he was fluent in German and would be good company to Rilke. I hope you will keep my secret because then I will be able to enjoy this a little longer and all the more now because it is a shared secret now.
Mr. Letterman watched her shelving the book neatly, holding on to his own books tightly to steady himself. He was feeling troubled. He did not know whether he felt disapproval or interest in the girl or both he was at the same time curious and uncertain as to how the situation would continue, asking himself whether she would expect him to answer to her confession and what to say, and whether he was to be her accomplice in the crime or give her some fatherly advice. Surely this was not a grave violation of ethics, not as bad even as hiding a book at the law library to prevent other students from finding specific titles that were relevant for a semester assignment as was a bad habit of some of his fellow students at law school. Surely, there was something intriguing about a girl her age who knew Rilke by heart and seemed to know a bit about Isaiah Berlin as well, already knew this before she opened The Hedgehog and the Fox. Surely, he did not normally seek out young girls for literary conversations and confessions, and he felt at insufficient and uneasy and overall insufficiently prepared for such a situation, which in turn made him feel irritated and at a loss for words. But she just turned around, smiled at him once more, but now in a polite and distant way that betrayed nothing of the intimacy they had shared just a moment ago and with a small nod of the head, walked over to the register to pay for her two books. He looked at the shelf where the small grey-green volume nestled up to its neighbor, like an ordinary, out of the ordinary secret, a secret quite different than the ones he was entrusted with every day save Saturday and Sunday as a lawyer. When he looked up again the girl had left the store leaving him behind with their shared secret. Should he take the book out of the shelf like a good schoolboy and carry it back to the rare book section? But nobody had made him the guardian of the books after all and the clerks, as she had said, were bound to find it sooner or later, so there was no harm done, really. After giving this some consideration he still didn´t feel right about it, and he still felt angry with her for leaving  him with  choices that would put him in the wrong no matter whether he decided it one way or the other. Finally he turned his back on Rilke and Berlin and started browsing in the opposite shelf, in History. He pulled out Herodotus who was shelved properly and leafed through the pages until he found his favorite part, the story of Candaules and Gyges. When he had finished reading it and Candaules had been killed and succeeded by Gyges, he had successfully willed himself to forget about Rilke, and about the secret and about the girl. Or so he thought. Thus he kept the secret. Thus the trouble began.

Mr. O´Leary encounters an act of kindness

 

Mr. O´Leary was highly suspicious of acts of kindness. He had been working in a field – contract law – where nothing ever was what it first seemed to be. As a lawyer he had had to train himself to question not just every contract presented to him, but to question even the expressed will of every client who came to him to have a contract drafted.

This was kind of the connecting negative puzzle piece to the legal plain-meaning rule, a principle used by courts in interpreting contracts that provide that the objective definitions of contractual terms are controlling, irrespective of whether the language comports with the actual intention of either party.

Mr. O´Leary was a specialist in creating contracts that satisfied plain-meaning-interpretation, eliminating inconsistencies and double-meaning phrases, extracting the literal content of the contract from the hidden intention of his clients without making it plain that other than purely legal and contractual reasons were actually motivating his clients to sign a contract that was written thus.

His guiding principle in understanding the lawyer-client relationship was that clients expected him to know about them and their intentions without telling him, in fact, for him to know what they could have known about themselves but preferred not to know and thus would not relate to him in plain terms. He considered it his job to shield them from this kind of painful, self-reflecting knowledge and he was supremely certain that his clients expected him to not ever let them know what they preferred not to know about themselves but to keep it disguised from them while at the same time adjusting the contracts to their hidden goals thus allowing them to continue to feel – reasonably – good about themselves and at the same time satisfy – and justify – their true goals.

When he was a young lawyer still – and green with it – he executed – to the letter and in an irreproachable manner – what clients told him to do and wondered when they paid their bills without complaint and still carried their business elsewhere afterwards. But he was quick on the uptake and soon adjusted his business conduct. There were certainly things they did not teach you at law school. Ever since he´d adjusted his guiding principles , clients, high paying clients, knew how to find him even though he was literally hiding amidst his file boxes like the Minotaur at the heart of the labyrinth Daedalus designed.

A graduate and scholarship student of the University of Chicago Law school Mr. O´Leary in his day had had his choice of law firms who´d have been glad to consider his application. He was extremely smart and had an impeccable work ethic. He´d also been subject to the same prep-talk (he called it propaganda) of „success“ as his class mates. Judged by how their alma mater described her alumni they all were but a group of friends who would pick up the phone anytime one of them called with a question and sat down with him to walk through issues. According to their law school they all were extremely fun, thoughtful, smart, and FUN students, and would continue to bring the same energy to their work as lawyers.

It was not that he did not appreciate the excellent education and rigorous academic training he had received.He also knew that the average salary for newly minted law graduates was nearly about $180,000 per year by now and that the graduates were worth it. It meant that as a lawyer with no experience he could have immediately be in the top 5% of U.S. earners. But for some unfathomable reason he also knew that students graduating from a top tier law school were the same as people on average with the only – significant – difference that they were subject to more diversion and temptation.

He did not graduate top of his class to be diverted from life. He could have taken three or four top performing associates from any top law firm and founded his own big law firm as a naming partner. It was all within his reach. But it was not what he had wanted.

If it seemed strange to others that he had accepted Mr. Letterman´s offer to become a partner on 35th street rather than to join one of the top ten law firms in New York and get worn down as an associate there before being hired by an excellent law firm and becoming partner eventually it was because they did not know some of the things about him, he thought he had realized early on.

It was not a sign of humility that he had chosen Mr. Letterman sen. instead. It was not exceptional that he did not get drunk on the prep talk of success. He had not been a recluse in law school. He had actually differed from the other highly motivated graduates and future pilars of society in a degree up, not down, by a notch. He had wanted more. It had been an extreme act of arrogance and late-puberty idealism (the same) and the result of careful research. He had been very clear to himself about what he thought he wanted and what he thought he did not want.

He was convinced back then – and was convinced still – that life mostly just happened to people, even or especially people who graduated from top tier law schools. Even early on in law school, he was convinced that people wasted about 15 – 20 years of their lives and took another ten to rectify their initial mistakes, if they were so lucky to live as long as that. He was not going to be cheated by life in this manner.

Mr. Letterman had an excellent reputation. You did have to know  how to find him. The office address was not sufficient to get in touch with him. But Mr. O`Leary was a good observer. Mr. O´Leary had also been told that Mr. Letterman sen. was legend and did not accept any applications. He had been told that even if Mr. Letterman would accept an application, he´d be likely not to pay the kind of salary that a University of Chicago Law school graduate legitimately could expect as a starting salary. This was concluded by the state of Mr. Letterman´s cramped office and filing system.

But what mattered to Mr. O´Leary was something fairly abstract and elusive: he was convinced that Mr. Letterman was one of the few lawyers he´d ever encountered who was in charge of his own life. His research showed that nobody took Mr. Letterman sen. along for a ride. As Mr. O´Leary saw it, Mr. Letterman owed nobody a kindness. He certainly did not owe him, a recent graduate, an opportunity to reach out for the kind of life he thought Mr. Letterman had found. He knew though he was depending on an act of kindness for Mr. Letterman to accept his application.

Not that he believed in it. In kindness. He had been practicing law for many years now and he had lived in NYC for as many years and he was sure, absolutely sure, that he had never encountered a genuine act of kindness apart from Mr. Letterman´s willingness – as many years ago – to accept his application.

Abitur 2016

Für einen Augenblick,gerade jetzt, stehen dort draussen vor den Türen die Uhren still, hebt ein Hund regungslos sein Bein am nächsten Baum, lässt eine Greisin die Griffe ihres Walkers los, streckt ihren Rücken so gut es geht und verharrt, schwingt eine Schaukel mit einem kleinen Jungen bis zum Zenith und nicht zurück. Der Lärm der nahen Autobahn verstummt, ein Containerschiff hält unvermittelt gegen alle Regeln der klassischen Mechanik und das Wasser im Kanal sieht aus wie das Meer in der Augsburger Puppenkiste.
Die Elemente,aus denen Ihr Körper gemacht ist, kommen aus dem geordneten Chaos aus Gas und Staub,mit dem die junge Erde vor 4,5 Milliarden Jahren um die Protosonne kreiste. Wenn die Erde einen Tag alt wäre, so träte der Mensch an diesem Tag drei Sekunden vor Mitternacht in Erscheinung. Und Sie selber, auch wenn Sie hundert Jahre alt werden, sind ein elektrisches Flimmern, das sich mit bloßem Auge nicht wahrnehmen lässt. Für einen unfassbar kurzen Augenblick nur entstehen Gestalt und Bewusstsein. Sie haben, mit anderen Worten, 4,5 Milliarden Jahre geschlafen, um für den Bruchteil einer Sekunde auf der Erde zu erwachen, offenbar unter anderem, um ihr Abitur zu machen.
Und deshalb steht dort draussen die Zeit jetzt still. Denn dieser Augenblick gehört Ihnen, und es ist ein verwunschener Augenblick.Und wenn Sie diesen Augenblick verlassen, indem Sie nach dieser Feier wieder auf die Straße treten, beginnt unter Ihren Füßen der Weg, der bis zu den Enden der Welt führt. Ein Weg, der sich tausendfach verzweigt und den man doch in allen Abschnitten eigentlich nur auf eine Weise gehen kann: Never save for the way back.
Die Welt, in die Sie jetzt als Erwachsene hineinwachsen, ist, befürchte ich, zwar in keinem wohl geordneten Zustand. Es wird seit einiger Zeit sehr deutlich: wir, Ihre Eltern, haben es uns zu lange erlaubt, unpolitisch zu leben. Sie werden diesen Luxus nicht mehr haben. Viele der Wünsche für die Zukunft, die ich in Ihrer Abizeitung gelesen habe, werden sich nur erfüllen wenn Sie selbst dazu beitragen, die Welt so zu gestalten, dass sie lebenswert bleibt.
Als Ihre Eltern haben wir nicht das Recht, von Ihnen verlangen, dass Sie hinter uns aufräumen. Es wird Ihnen aber wohl nichts anderes übrig bleiben. Wir haben Ihnen Häuser gebaut, jetzt müssen Sie Mauern überwinden. Wir haben Ihnen Gärten angelegt, jetzt müssen Sie durch die Wüste ziehen. Wir haben Ihnen Gesetze gegeben, jetzt kämpfen Sie um eigene Regeln. Wenn Sie es nicht schon getan haben, lernen Sie es jetzt, uns in Frage zu stellen. Trotzdem wünschen wir uns von Ihnen, dass Sie Ihren Teil dazu beitragen werden, dass es weiter Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit in unserer Gesellschaft gibt, und dass Sie die Überzeugung nicht aufgeben, dass es ohne diese kein menschenwürdiges Dasein geben kann.
Noch einen letzten Rat zum Abschied: Wenn Sie sich derzeit in Ihrer Berufswahl noch schwer tun und sich fürchten, sich falsch zu entscheiden, so stellen Sie sich vor, Sie wären schon steinalt und würden auf Ihr Leben zurückschauen. Dieses fernen Tages werden Sie sich nicht dazu gratulieren, dass Sie 40.000,00 oder 70.000,00 oder 150.000 oder 500.000 Euro im Jahr verdient haben. Aber Sie werden an Menschen denken, die in Ihrem Leben wichtig waren und in deren Leben, mit etwas Glück, Sie wichtig waren. Erfolg läßt sich nicht an Ihrem Abiturschnitt messen, es wird sich nicht an Ihrer Berufswahl oder Ihrem Einkommen messen lassen, sondern daran, ob Sie wirklich lebendig waren in Ihrer Lebenszeit, ob Sie gestaunt und geliebt haben, welchen Weg auch immer Sie gewählt haben, wählen werden. Also wählen Sie mit leichtem Herzen.
Nutzen Sie Ihren Sekundenbruchteil von Bewusstsein in der Ewigkeit und seien Sie Teil dieser Welt, so, dass man es sieht, fühlt und hört, dass Sie da sind. Erkennen Sie das Provisorische Ihrer Zeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie für etwas brennen, dass Sie sich vom Leben entflammen lassen. Alles andere wäre Verschwendung. To give less than your best is to waste the gift. Weniger als Ihr Bestes zu geben ist eine Verschwendung Ihres Talents.
Sie haben Milliarden Jahre geschlafen, jetzt ist Ihr kurzer Augenblick, zu strahlen. Sie haben nichts zu verlieren. Nehmen Sie Ihr Abitur als Ticket für eine fantastische Reise. Machen Sie unbedingt Fehler auf dem Weg. Lieben Sie jemanden. Schützen Sie jene, die schwächer sind als Sie selbst. Finden Sie Freundschaft. Das Leben ist ein Fest.
Und egal, was Sie studieren oder was für eine Ausbildung Sie machen, lernen Sie auch etwas über unseren einzigartigen Planeten, über das Universum, das uns umgibt, über das Wesen der Zeit und über das Kilogramm Gehirn in Ihrem Schädel.

Ice fishing on Lake Willoughby, Sunday’s draft  

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So grandfather went out again in the morning and – coming back in from the cold -declared grimly that they should try and get some sleep

 as the ice was sound enough now, and they would go ice-fishing at nightfall and stay out in the bitter cold until almost midnight. Burbot mainly feed at night and that is when they had to set their lines.
Grandfather in the meantime put on single hooks with a gap between point and shank larger than ¾ of an inch. He stored them carefully in two 5 gallon buckets, each large enough to carry many sets of lines made from dowels. For each line they had about 8-ounce sinkers. Because together these were too heavy for the buckets, they were packed separately in rough hemp sacks. He packed two sleds with supplies, one for himself and Joe and one for Will who was old enough now to do his own fishing at a hole about 70 ft, away from theirs. He packed rope, ice picks and augers, a spud bar, two horse blankets for each of them and extra mittens.

As fishing burbot is done with hooks flat on the ground so they did not walk too far from the shore because the reef at the shore of the lake, as you know, falls off steeply into the main lake basin, deeper than any line is long that has ever been cast down the lake. 300 ft. maybe more. Nobody knows what creatures might be living down there, in the abyss of darkness but I guess they would not be a welcome sight in our world.

Burbot spawn on the rocks and boulders in 2 to 20 feet of water, and that is fairly close to shore, on the reef and the first drop-off at the base of the reef. But staying close to the shore was dangerous, as the edges of the ice can be much thinner and shallow water in general changes temperature more readily and the ice is unstable. And even when the ice had formed to grandfather’s satisfaction, we were aware that sometimes, not too often, the ice somewhere out on the lake from the depth of the basin, could shatter with the sound of a whip or a scream and rip through the ice all the way to shore with deadly speed. If you heard the whip you were to make for shore, leave everything behind, not care for catch nor supplies, just run. That’s why you would never put a good knife down on the ice, while fishing, and why you kept the ice pick in your belt as well. These things were hard to come by – alas not as hard as two healthy sons. So even if, by any chance, you had left your tools where you were not to leave them, you were still expected to run.

It was dangerous to go out there, and both, grandfather and grandmother, were weary to let Joe and Will join in, but they needed the extra hands to make enough catch or else they would starve to death.

Will and Joe did not mind the danger, far from it, they could not wait to get out onto the ice. They were boys, locked in a cabin for many weeks, safe some small outings, and they were missing summer and their freedom. They even enjoyed the idea of danger as much as any boy would, and they trusted above all that grandfather, who could walk on ice as fine as a sheet of parchment, knew when the right time had come for them to go out.

And the adults in their own way also were impatient and found it hard to wait for the ice to get sound enough, for the best time to catch burbot is their spawning season, a time when there was not only burbot but also plenty of whitefish and pike to be caught, while after the season passed the lake could look like a desert and you wouldn’t spot another burbot until next winter for they lived in the depth.

The lake had glazed over and the ice had hardened and grown without any snow, making the safest ice you could hope for.

And the most beautiful, too, though it does get very dark at night at your fishing hole, the ice becomes like a window into the lake. And if you are patient , just before nightfall, and despite the cold hold your position on the ice without moving, you can watch the burbot trough the ice as about a dozen males and females form a writhing ball several feet in diameter and dance what looks like an agonizing devil’s dance under water, rolling over the bottom of the shallows and muddying the waters under the black ice. 

Don’t forget, they are creatures of the deep. They have sharp teeth and they are mighty strong predators, skimming the shallows for crayfish, perch, minnows and even creatures almost their own size when it’s time to feed. Fearless they are. And they will fight back when they have fallen prey to your bait and hooks.

Sonntag Nachmittag beim Malen: Gedanken für das nächste Kapitel meines neuen Buches, eine Skizze

Sonntag Nachmittag, beim Malen, wenn die Gedanken ohne Ordnung kommen und wie Schatten über die Bildoberfläche huschen. Und so entsteht, nach und nach, eine Idee für  das nächste  Kapitel meines neuen Buches: “Unser Bewusstsein, finden wir es nicht reflektiert in … Continue reading