Die Strafprozessordnung als Mittel zur Restitution von NS-Raubkunst?

Jenen, die mir im Zusammenhang mit meinem kurzen dpa-Interview zu der von den von Herrn Cornelius Gurlitt beauftragten Rechtsanwälte eingelegten Beschwerde gegen die Beschlagnahme der Bilder aus der Schwabinger Wohnung, geschrieben haben:

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Meinung zu dem Vorgehen der Ermittlungsbehörden im Fall Gurlitt zu artikulieren. In der Tat halte ich die Strafprozessordnung nicht für das geeignete Mittel, eine Restitution von NS-Raubkunst auf rechtsstaatlichem Wege zu erreichen. Wie Sie dem Artikel auch entnehmen konnten, plädiere ich hingegen dafür, dass wir den Erben der rechtmäßigen Eigentümer endlich durch entsprechende Gesetzgebung die rechtlichen Instrumentarien zur Restitution bereit stellen, um erlittenes Unrecht jedenfalls so weit wieder auszugleichen, wie das durch die Rückgabe der Bilder an die Erben geschehen kann.

Dass ich fordere, dass dies mit rechtsstaatlichen Mitteln zu geschehen habe, ist in meinen Augen eine demokratische Grundforderung, die ich gerade in Hinsicht auf die Erfahrungen unseres Landes während des NS-Regimes für unerlässlich halte.

Vielleicht können Sie selbst durch engagierte Meinungsbildung bei Ihren Vertretern im Bundestag dazu beitragen, dass ein Gesetz zur Restitution von NS-Raubkunst verabschiedet wird. Ich weiß aus meiner Arbeit mit Jugendlichen, dass auch unter jungen Menschen der Wunsch zu einem Ausgleich des maßlosen Unrechts, das jüdischen Mitbürgern während des NS- Regimes zugefügt wurde, weit verbreitet ist und nach wie vor viele Menschen eben gerade nicht der Meinung sind, dass “dies alles lang zurückliegt”.